Beginn einer Odyssee
Am 31. Oktober 1998 wurde ein langer Traum endlich wahr - der Besuch des Königreiches Thailand. Von Land und Leuten durch Fernsehen, Zeitungen und Bücher schon lange begeistert, fehlte bislang ein wenig der Mut dieses ferne, exotische und unbekannte Land zu besuchen und zu entdecken. – Als es dann aber endlich soweit war, überwältigten die Eindrücke. Nicht, dass es der erste Besuch eines fremden Landes gewesen wäre, nicht einmal die erste Fernreise - aber das erste Mal, dass am Ende eines Urlaubes das Gefühl ergriff, nicht mehr zurück fahren bzw. fliegen zu können. Es war wie eine unsichtbare Kraft, die mit aller Macht versuchte festzuhalten. Der Gedanke, dass Job, Wohnung und damit Verantwortung warteten war stärker: Ungern und vor allem traurig ging es nach vier Wochen Urlaub wieder in den Flieger, der zwölf Stunden später am Flughafen Frankfurt landete.
Es wartete der beginnende Winter mit Schneefall und Minusgraden. Zwischenzeitlich waren auch die letzten Blätter von den Bäumen gefallen und die Landschaft wirkte entsprechend trostlos und kalt. Und nicht nur die Natur zeigte ihre kalte Schulter. Wer fast vier Wochen seine Zeit mit Thais verbrachte, der spürt zuhause auch die Kälte, die von vielen Menschen ausgeht, deutlicher. Und diese Kälte war schlimmer als die tatsächlichen Wintertemperaturen. Drei Wochen lang war die Wiedereingewöhnung zuhause nur bedingt möglich, dann war die fesselnde Macht stärker und zog mich zurück in das Land des Lächelns.